CHA-CHA-CHA IM BAU
Der Neubau unseres Verwaltungsgebäudes hat etliche Herausforderungen mit sich gebracht, die einem Cha-Cha-Cha gleich kommen. Ein Interview mit unserem New-Generation-Team Architektin Melanie Hotz (H2 Architekten) und Tim Gfrörer über den Neubau.......

Der Neubau unseres Verwaltungsgebäudes hat etliche Herausforderungen mit sich gebracht, die einem Cha-Cha-Cha gleich kommen. Ein Interview mit unserem New-Generation-Team Architektin Melanie Hotz (H2 Architekten) und Tim Gfrörer über den Neubau, die Zusammenarbeit im Gfrörer-Team und die Zukunft der Baubranche nach Corona.

Der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes rückblickend in einem Wort?

Melanie: INTENSIV
Tim: HERAUSFORDERUNG

Wenn wir morgen nochmal unser neues Verwaltungsgebäude bauen würden, was würdet ihr ändern?


Melanie: 14 Monate zurückgedacht, würde ich weitblickender und vorausschauender planen. Wir haben während der Planungs- und  Bauphase teilweise im Wochentakt  Räume ergänzen, Plätze nachjustieren und Rahmenbedingungen verändern müssen. Das starke Unternehmenswachstum hat aus drei Stockwerken – mit damals ausreichend Aufstockungsplatz – vier Stockwerke gemacht. Einzelbüros wurden zu Gruppenbüros und Sitzbereiche mussten weichen. Hätten wir dieses Wachstum vorab berücksichtigt, hätten wir keinen Cha-Cha-Cha tanzen müssen. Aber gut – wer tanzt nicht ab und an gern lateinamerikanisch :-)

Tim: Unsere Väter. (lacht)

Vor welchen Herausforderungen habt ihr in den letzten 14 Monaten konkret gestanden?

Tim: Die Intensität des Projektes hat uns einiges abverlangt. Wir haben innerhalb von 14 Monaten einen Bau gestemmt, der in der Regel zwei Jahre oder mehr benötigt.

Mit Corona mussten wir das Tempo stetig anziehen, um schnellstmöglich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Platz zu bieten. Das Unternehmenswachstum hat auch hier eine bedeutende Rolle gespielt.


Zusätzlich wussten wir alle nicht, inwiefern COVID uns, unsere Lieferanten und Subunternehmen im Bau beeinträchtigen würde. In den letzten Wochen der Bauphase wurde die Luft immer dünner und wir haben teilweise selbst den Atem angehalten, weil wir nicht wussten, ob wir es zeitlich schaffen. Unsere Väter haben aber jeden Montag den Jour-Fix mit den Worten „Es gibt kein Zurück, nur Vollgas nach vorne!“ eröffnet. Da ist Lächeln und Kopfnicken angesagt. UND MACHEN!

Inwieweit hat Euch die COVID-19-Krise bei dem Bau beeinträchtigt?


Melanie: Direkt hat uns die Krise beim Neubau nicht beeinträchtigt. Wir sind aber auch froh, dass wir nicht erst jetzt mit dem Bau gestartet sind. Die Preise sind teilweise durch die Decke geschossen!


Was uns aber aufgefallen ist, war, dass Corona als Ausrede für alles herhalten musste. Gefühlt … Mein Sohn Anton hat mich mal im Spielwarenladen gefragt, ob er das Lego nicht von mir bekommt, weil Corona ist. Ähnlich kam mir das bei unseren Subunternehmern auch vor. Wenn nichts half und niemand Schuld hatte, war es Corona!

Auf was lag Euer Hauptaugenmerk beim Design?


Melanie: Bauhaus! Form follows function. Design gibt den Funktionen nicht nur eine Form, es hat die Fähigkeit zu überraschen, zu berühren und Freude zu bereiten. Wir wollten einen Ort erschaffen, der genau das bietet. Die Materialien, Farben und Formen haben wir an das Unternehmen Gfrörer und den Ursprung angelehnt. Beton, Stein, sandige Töne …
Dabei wollten wir dem Gebäude keine Richtung geben – es war uns wichtig, dass es nicht das klassische Gebäude mit einem Vorne und Hinten wird. Wir wollten die einzelnen Bereiche und Stile vom Bauhof und Schotterwerk integrieren.
Die Aussicht, die atemberaubend geworden ist, konnten wir mit viel Glas „einarbeiten“ und es gelang uns so, die Natur ins Gebäude zu holen.


War es schwer, die Generationen auf gestalterischer Ebene zusammenzubringen?
Tim: JA! Wir hatten unterschiedliche Ansichten, „Geschmäcker“ und Vorstellungen. Melanie hat ein Modell vom ersten Entwurf angefertigt. Mich hat der Entwurf sofort gefesselt. Die Formen, die Farben … Bei der Präsentation war mir klar, das wird es!  Das war zu Beginn aber nicht gleich bei allen so!

Melanie: Ich erinnere mich! Das war relativ am Anfang unserer Planungsphase und ich habe mich um Kopf und Kragen geredet. Ich war vom Entwurf überzeugt und habe so viel Liebe in das Projekt und die Idee gesteckt. Anders, pur und  aufregend!


Die Reaktion von Uwe war – wie soll ich es beschreiben – erst mal  „reaktionslos“. Nach 30 Minuten und meinen letzten Worten kam dann ein trockenes: „Find ich gut!“
Tim: Und wer meinen Vater kennt, weiß, dass das eine absolute Explosion seiner Gefühle ist – quasi ein Lob auf höchstem Niveau!


Wie hat COVID-19 generell den Bau verändert?  


Tim: Die Arbeitsabläufe mussten neu überdacht und teilweise angepasst  werden. Anfänglich mussten wir uns rasch eingestehen, dass wir Defizite im Bereich der Digitalisierung haben und dass wir „dem Puls der Zeit gerecht“ werden müssen. So hat es zum Beispiel gleich im ersten Meeting geholpert und die Kamera hat es nicht getan, im zweiten Meeting versagte dann das Mikrofon. Die Verbindung ist immer mal wieder abgebrochen und das eine oder andere Fluchen während der Veranstaltung blieb, der Technik geschuldet, deshalb nicht aus. Inzwischen haben aber sogar unsere Techniklegastheniker gelernt, wie man ein Microsoft Team-Meeting einstellt. Durch den Druck zum Digitalisieren konnten wir jetzt schon Fortschritte machen, die wir wie viele andere im Mittelstand, vielleicht sonst erst viel später gemacht hätten.

Onlinemeetings haben uns zum Teil  Zeitersparnis und mehr Effektivität eingebracht, die wir beibehalten wollen. Und trotzdem haben wir auch festgestellt, dass NUR online  auch nicht funktioniert. Eine gesunde Mischung zwischen Terminen vor Ort und online kann unserem Unternehmen dazu dienen, noch besser zu werden. COVID hat uns gewissermaßen dazu gezwungen, umzudenken. Und zu reflektieren, was können und was wollen wir.

Melanie: Das sehe ich ähnlich. Man muss für die Zukunft abwägen, was wann wie und wo Sinn macht. Und hey: Wer hätte geglaubt, dass unsere Väter noch lernen, wie man eine Kamera bedient, mehr oder weniger professionell?  (lacht)  
Inwiefern beeinträchtigt die Wirtschaftslage das Segment Bau zukünftig?
Tim:  Ich denke, dass die Wirtschaftslage den Bau noch definitiv einholen wird. Wir merken es bereits  seit Monaten im Industriebereich – bei großen Auftraggebern nimmt die Nachfrage ab und Kosten werden erheblich eingespart. Hier ist wichtig, dass man das Unternehmen breitgefächert in verschiedenen Geschäftsbereichen aufstellt und alle Mitarbeiter gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auf einem guten Weg sind und mit dem neuen Verwaltungsgebäude die optimalen Rahmenbedingungen für unsere Zukunft geschaffen haben.


Was bedeutet Bauen in der Zukunft? Welche Herausforderungen seht Ihr zukünftig im Bau?

Melanie: Bauen wird für den „normalen Häuslebauer“ kaum mehr bezahlbar sein. Die Preise gehen durch die Decke, die Bauplätze nehmen ab und der Wohnraum wird immer dichter besiedelt. Es muss ein Umdenken stattfinden. Eine Weiterentwicklung oder vielleicht sogar ein Rückschritt mit „aus Alt wird Neu“.
Für die Industrie sehe ich keine große Veränderung. Die einzelnen Bereiche werden sich früher oder später erholen wie in jeder Wirtschaftskrise. Bau wird dabei immer ein Thema bleiben. „Baue die Zukunft“ heißt einfach immer wieder, einen Schritt voraus zu sein. Ganz gleich, wohin sich die Wirtschaft entwickelt: Am Puls der Zeit bauen!

Melanie: Das sehe ich ähnlich. Man muss für die Zukunft abwägen, was wann wie und wo Sinn macht. Und hey: Wer hätte geglaubt, dass unsere Väter noch lernen, wie man eine Kamera bedient, mehr oder weniger professionell?  (lacht)  


Inwiefern beeinträchtigt die Wirtschaftslage das Segment Bau zukünftig?


Tim:  Ich denke, dass die Wirtschaftslage den Bau noch definitiv einholen wird. Wir merken es bereits  seit Monaten im Industriebereich – bei großen Auftraggebern nimmt die Nachfrage ab und Kosten werden erheblich eingespart. Hier ist wichtig, dass man das Unternehmen breitgefächert in verschiedenen Geschäftsbereichen aufstellt und alle Mitarbeiter gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auf einem guten Weg sind und mit dem neuen Verwaltungsgebäude die optimalen Rahmenbedingungen für unsere Zukunft geschaffen haben.

Was bedeutet Bauen in der Zukunft? Welche Herausforderungen seht Ihr zukünftig im Bau?

Melanie: Bauen wird für den „normalen Häuslebauer“ kaum mehr bezahlbar sein. Die Preise gehen durch die Decke, die Bauplätze nehmen ab und der Wohnraum wird immer dichter besiedelt. Es muss ein Umdenken stattfinden. Eine Weiterentwicklung oder vielleicht sogar ein Rückschritt mit „aus Alt wird Neu“.


Für die Industrie sehe ich keine große Veränderung. Die einzelnen Bereiche werden sich früher oder später erholen wie in jeder Wirtschaftskrise. Bau wird dabei immer ein Thema bleiben. „Baue die Zukunft“ heißt einfach immer wieder, einen Schritt voraus zu sein. Ganz gleich, wohin sich die Wirtschaft entwickelt: Am Puls der Zeit bauen!

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