CHA-CHA-CHA? ZWINGT DAS PROJEKT UNS IN DIE KNIE, TANZEN WIR LIMBO!
Die gleichen Fragen, aber ein anderer Blickwinkel und dementsprechend ganz andere Antworten: Wir haben natürlich auch mit unserem „Erfahrungs“-Team Elmar Hotz (H2 Architekten) und Uwe Gfrörer....

Die gleichen Fragen, aber ein anderer Blickwinkel und dementsprechend ganz andere Antworten: Wir haben natürlich auch mit unserem „Erfahrungs“-Team Elmar Hotz (H2 Architekten) und Uwe Gfrörer über die ganz speziellen Herausforderungen beim Neubau gesprochen. Hier ihre Sichtweise auf 14 Monate Bauphase:

Der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes rückblickend in einem Wort?
Uwe: TEUER
Elmar: SPORTLICH

Wenn wir morgen nochmal unser neues Verwaltungsgebäude bauen würden, was würdet Ihr ändern?

Uwe: Nichts! Klar haben wir hier und da Fehler gemacht. Und trotzdem haben wir im Großen und Ganzen rückwirkend betrachtet zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen.

Wir haben unsere Architekten H2 ausgewählt und mit ihnen gemeinsam geplant und in Einzelgewerken vergeben. Es war sehr zeitintensiv, sich mit allen Themen auseinanderzusetzen. Und trotzdem können wir heute sagen, dadurch haben wir enorme Kosten einsparen können und exakt das gebaut, was wir wollten und was uns zukunftsfähig macht.

Zusätzlich haben wir Erfahrungen sammeln können, die uns heute wieder ein Stück mehr über den Tellerrand schauen lassen. Unter anderem mussten wir feststellen, dass unsere Töchter uns mit Design  und Gestaltung in den Wahnsinn  treiben können. Und trotzdem müssen wir uns eingestehen, dass das Ergebnis schon ganz okay ist, so  wie es ist (lacht).

Elmar: Zwischenzeitlich haben wir wirklich an ihnen gezweifelt. Hättest Du uns die Frage ein paar Monate früher gestellt, hätten wir wohl einstimmig gesagt, dass wir die Töchter erst viel später ins Projekt integrieren (lacht).


Aber zusammengefasst würde ich auch nichts mehr ändern. Wir haben Einzelgewerke zu einem guten Preis vergeben können. Es war uns durch das eigene Projektmanagement möglich, den Baupartner bewusst auszuwählen und somit Sicherheit und Qualität zu garantieren. Wir konnten mittelständische, regionale  Unternehmen für unser Projekt gewinnen, die Hand in Hand mit uns aufs Ziel hingearbeitet haben. Diese haben es uns dann auch ermöglicht, gemeinsam das Unmögliche möglich zu machen – die Bauzeit auf ein Minimum zu verkürzen. So konnten wir den anfänglich geplanten Einzugstermin in 2022 auf April 2021 verkürzen.

Vor welchen Herausforderungen habt Ihr in den letzten 14 Monaten konkret gestanden?  


Uwe: Decke! Wir haben eine Woche vor dem Einzug unsere abgehängten Decken erhalten, die wir schlicht und einfach extrem bescheiden fanden. Da der gesamte Umzug schon getaktet war und es keinen Weg mehr zurückgab, der nicht enorme Verzugskosten mit sich gebracht hätte, mussten wir innerhalb von 24 Stunden jemanden finden, der uns eine andere Decke zu den geforderten Rahmenbedingungen liefert und die dazu noch gut aussieht.


Wir haben uns die Finger wund telefoniert und nicht nur einmal die Nerven verloren. Bei einem Hersteller haben 30 qm² gefehlt, beim anderen war die Menge zwar auf Lager, aber zu dunkel. Als wir dann eine passende Lösung gefunden hatten - dachten wir zumindest -  mussten wir feststellen, dass unsere Unterkonstruktion nicht passt.  Es war wirklich ein Wettlauf gegen die Zeit. Da aktuell der Markt im Bereich Holz leergefegt ist, war es reinstes Glück, dass wir noch jemanden gefunden haben, der die notwendige Menge mit den notwendigen Anforderungen – und sogar noch „in schön“ – auf Lager hatte.  


Elmar: Das war wirklich Wahnsinn – ja! Immer, wenn man dachte, jetzt läuft alles nach Plan und wir befinden uns auf der Zielgeraden, kam eine neue Herausforderung um die Ecke. Und trotzdem haben wir das Projekt wirklich gut umgesetzt. Auch wenn es nicht immer einfach war. Oder wie unsere Frauen sagen würden: wir nicht immer einfach waren (lacht).


Inwieweit hat Euch die COVID-19-Krise bei dem Bau beeinträchtigt?  


Uwe: COVID hat uns dahingehend beeinträchtigt, dass wir bei Baubeginn darüber nachgedacht haben, nur den Rohbau abzuschließen und dann das Projekt  „on hold“ zu setzen. Wir haben uns dann aber dafür entschieden, den Bau fertigzustellen und sind rückblickend betrachtet froh darüber.


Elmar: Wir haben zum Baubeginn mit mehr Hindernissen gerechnet, die COVID geschuldet sein könnten. Außer wenigen Bauausfällen und einzelnen Lieferschwierigkeiten waren wir kaum davon beeinträchtigt.


Auf was lag Euer Hauptaugenmerk beim Design?


Elmar:  Auf den Frauen.
War es schwer, die Generationen auf gestalterischer Ebene zusammenzubringen?


Uwe: JA!


Wie hat Covid 19 generell den Bau verändert?


Uwe: Den virtuellen Fortschritt verdanken wir gezwungenermaßen Corona. Wir mussten uns mit einem Thema auseinandersetzen, das unsere Generation bisher vielleicht teilweise gerne gemieden hat. Trotzdem wussten wir wohl alle, dass es früher oder später unumgänglich sein würde. Rückblickend hat das unser Unternehmen und das gesamte Bausegment vorangebracht.  

 
Was auf dem Markt mit Preisen und Lieferzeiten passiert, wird nicht nur das Segment Bau erheblich schwächen, sondern auch andere Branchen. Zusätzlich haben sich die Genehmigungszeiten der Ämter negativ verändert (verlängert). Dies bedeutet für unser Segment Zeit – und Zeit ist bekanntermaßen Geld.


Inwiefern beeinträchtigt die Wirtschaftslage das Segment Bau zukünftig?


Uwe: Der Bau wird auch davon betroffen sein. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Bau aber immer ein halbes bis ganzes Jahr dem Konjunkturverlauf nachhängt. Sprich: Wenn die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, tun wir das erst zeitversetzt später. Was das Ganze in Zahlen für uns bedeutet, können wir nur erahnen. Was bedeutet Bauen in der Zukunft? Welche Herausforderungen seht Ihr zukünftig im Bau?


Elmar: Die Kosten haben sich mit Sicherheit um 20 Prozent erhöht. Kredite sind zwar mit einem geringen  Zinssatz zu bekommen – trotzdem müssen die Kosten getragen werden können. Das betrifft sowohl die Industrie als auch die Privatpersonen.


Und einige Privatpersonen haben durch diese Krise vielleicht auch gemerkt, wie schnell eine unsichere Situation den finanziellen Haushalt  beeinträchtigen und sogar ein sicherer Job ganz schnell unsicher werden kann.

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